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Schneelasten halten die Rettungskräfte im Allgäu auf Trab
Ravensburg - Seit 13.00 Uhr am heutigen Sonntag ist die Koordinationsgruppe des Landkreises unter der Leitung von Kreisbrandmeister Oliver Surbeck dabei, die große Anzahl an Einsätzen zu koordinieren, die durch die Schneemassen der letzten Tage verursacht worden sind. Auch die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle wurde personell verstärkt.
In den letzten vierundzwanzig Stunden wurden 140 Einsatzstellen betreut, wobei etwa 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr und 40 weitere Kräfte vom THW in Einsatz waren. Für heute entspannt sich langsam die Lage. Aufgrund des Regens und des immer höher werdenden Gewichts der Schneemassen wird es sicher in den nächsten Tagen weitere Einsätze geben. Auch die weiteren Schneefälle, die für die nächsten Tage angekündigt sind, lassen nicht auf Entwarnung schließen.
Schwerpunktmäßig handelte es sich bei den Einsätzen um die Beseitigung umgestürzter Bäume, Schneelastmessungen und die Schneeräumung von Dächern öffentlicher Gebäude wie Alten- und Pflegeheime, Sporthallen, Kindergärten und Schulen.
 
Zwei Gebäude sind aktuell unter der Schneelast eingestürzt: Ein Ökonomiegebäude in Wangen und die Lagerhalle einer Firma in Bad Wurzach. Personen kamen dabei glücklicherweise nicht zu Schaden.
Vier Schneelast-Messtrupps sind zur Stunde noch im Landkreis unterwegs und beurteilen die Lage von gefährdeten Gebäuden. So wurden in Wangen 170 kg/m² und in Amtzell 169 kg/m² gemessen; Werte, die sich im statischen Grenzbereich für ältere Gebäude bewegen, so die Statiker und Baufachberater des Landkreises.
Diverse Hallen und Gebäude wurden in den letzten Stunden von den Gebäudeeigentümern gesperrt. „Das größte Problem sind Gebäude, die vor 2007 nach der alten DIN gebaut worden sind.“ so Kreisbrandmeister Oliver Surbeck.
Der Kreisbrandmeister weist außerdem darauf hin, dass ein Bürgertelefon im Landkreis eingerichtet wurde. Über die 0751/85-5555 können Privatpersonen und Firmen Fachleute von Feuerwehr und THW anfordern, um die Belastung eines Daches zu beurteilen. „Dieser Service ist kostenpflichtig, da er über die hoheitlichen Grundaufgaben von Feuerwehr und THW hinausgeht.“ Entscheidet sich der Gebäudeeigentümer für eine Beräumung des Daches um die Dachlast zu reduzieren, so kann sich dieser an niedergelassene Handwerksbetriebe, Zimmereien und Dachdecker wenden.
Ernsthaft verletzt wurde bei den vorgenannten Einsatzlagen niemand. Die Abarbeitung der Einsätze geht noch in die Nachstunden hinein. Die Kreisführung geht von weiteren Einsätzen in den kommenden Tagen, speziell am kommenden Montag aus, so auch die Einschätzungen der Fachberater Meteorologie der Feuerwehren des Landkreises Ravensburg.
 
Bericht und Bild von Roswitha Klemm
Fachberaterin Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren des Landkreises Ravensburg
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